Vom 24. Februar bis 13. März 2026 sind Vermittlerinnen und Vermittler eingeladen, ihre Erfahrungen zu teilen – auch kritische Perspektiven sind ausdrücklich erwünscht
Nachhaltige Geldanlagen haben in den vergangenen Jahren einen starken regulatorischen Schub erfahren. Gleichzeitig zeigt sich in der Praxis: Die Nachfrage ist lange nicht mehr so dynamisch wie erwartet, und für Vermittlerinnen und Vermittler von Versicherungen und Finanzanlagen sind die regulatorischen Vorgaben zu komplex.
Auf europäischer Ebene wird diese Problemlage inzwischen erkannt. Die Überarbeitung der Offenlegungsverordnung (SFDR) und Diskussionen über klarere Produktkategorien zeigen das.
Vor diesem Hintergrund starten die Universität Kassel, das Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) und der AfW Bundesverband Finanzdienstleistung e.V., eine gemeinsame Umfrage zur Realität nachhaltiger Geldanlagen in der Beratungspraxis. Ziel ist es, ein fundiertes und differenziertes Bild der aktuellen Situation zu gewinnen.
Gefragt wird unter anderem:
- Welche Rolle spielen nachhaltige Geldanlagen aktuell in der Beratung?
- Wie reagieren Kundinnen und Kunden tatsächlich auf Nachhaltigkeitsthemen?
- Welche Entwicklungen erwartet der Berufsstand in den kommenden Jahren?
Vom 24. Februar bis 13. März 2026 sind Vermittlerinnen und Vermittler aus den Bereichen Finanzanlagen und Versicherungen eingeladen, an der anonymen Online-Befragung teilzunehmen. Die Teilnahme dauert etwa fünf bis zehn Minuten.
„Die Perspektive der Beraterinnen und Berater ist entscheidend. Sie erleben täglich, wie Kundinnen und Kunden zum Thema Nachhaltigkeit stehen. Ich bin insbesondere gespannt, welche Entwicklungen der Berufsstand im kommenden Jahr im Bereich Nachhaltigkeit erwartet“, sagt Verena Menne, Geschäftsführerin des FNG.
„Nachhaltigkeit ist regulatorisch stark geprägt. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, systematisch zu erfassen, wie die Vorgaben in der Beratungspraxis tatsächlich wirken. Nur auf Basis belastbarer Zahlen können wir die Diskussion auf nationaler und europäischer Ebene konstruktiv begleiten und zu praktikableren Lösungen beitragen“, erklärt Norman Wirth, Geschäftsführender Vorstand des AfW.
Auch aus wissenschaftlicher Sicht ist eine realistische Bestandsaufnahme notwendig: „Über nachhaltige Geldanlagen wird gerade viel diskutiert – aber wir wissen erstaunlich wenig darüber, was das konkret in der täglichen Beratungspraxis bedeutet. Genau das wollen wir mit dieser Umfrage herausfinden“, so Prof. Dr. Christian Klein, Universität Kassel.
Die Ergebnisse der Umfrage werden im Anschluss ausgewertet, veröffentlicht und in die politische Debatte eingebracht. Ziel ist es, faktenbasiert zu analysieren, wo nachhaltige Geldanlagen in der Beratung stehen – und welche Rahmenbedingungen künftig erforderlich sind, damit sie praktikabel, verständlich und verbraucherorientiert umgesetzt werden können.
Hier geht es zur: Umfrage Nachhaltigkeit

