23. März 2026

Nachhaltigkeit in der Beratung: Reform der Nachhaltigkeitsregulierung könnte Nachfrage steigern

Titelbild Gemeinsame Pressemeldung AfW, FNG, Universität Kassel

Eine gemeinsame Umfrage von AfW, FNG und Universität Kassel unter Berater:innen hat ergeben, dass das Interesse an nachhaltigen Geldanlagen durch Produktkategorien und eine Reform der Nachhaltigkeitsregulierung gesteigert werden kann. Überbordende Regulatorik und geringes Wissen über nachhaltige Produkte werden als Hemmnisse angesehen. Siegel und Ratings sowie eigene qualitative Bewertungen der Berater:innen helfen bei der Produktauswahl.

Nachhaltigkeit ist weiterhin im Gegenwind

Der AfW Bundesverband Finanzdienstleistung, das Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) und die Universität Kassel haben eine gemeinsame Umfrage zur Realität nachhaltiger Geldanlagen in der Beratungspraxis durchgeführt. Die 257 befragten Berater:innen gaben an, dass das Interesse ihrer Kund:innen gering (32%) oder sehr gering (32%) an nachhaltigen Finanzprodukten ist. Als Gründe gaben die Befragten mit großer Mehrheit (81%) an, dass sie die regulatorischen Anforderungen nicht für angemessen halten. Knapp 70% der Berater:innen gehen zudem davon aus, dass ihre Kund:innen kein, sehr geringes oder eher geringes Wissen über nachhaltige Produkte haben.

Persönliche Werte und Impact sind wichtige Motive

Laut den befragten Berater:innen sind persönliche Werte und Impact die wichtigste Motivation für Kund:innen, um in nachhaltige Geldanlagen zu investieren. Dabei werden vor allem nachhaltige Investmentfonds und ETFs nachgefragt. Als wichtigste Ausschlusskriterien werden Waffen, Kinderarbeit und Korruption genannt. Die Auswahl der Produkte erfolgt im Beratungsgespräch insbesondere durch Siegel und Ratings sowie zusätzliche, qualitative Bewertungen durch die Berater:innen.

Der Blick nach vorn: Nachhaltigkeit stärken

Die befragten Berater:innen sehen die Regulatorik sowohl als Hemmnis, aber auch als Lösung. Viele haben sich schon mit dem aktuellen Entwurf der EU-Kommission zur Überarbeitung der SFDR (Sustainable Finance Disclosure Regulation, deutsch: Offenlegungsverordnung) beschäftigt und sehen darin Potenzial. Insbesondere die neu vorgeschlagenen Produktkategorien „Nachhaltigkeit“ und „ESG Grundlagen“ sehen sie als klar und eindeutig. Es wird vermutet, dass durch diese das Verständnis und dadurch auch die Nachfrage bei den Kund:innen steigt.

Die Ergebnisse der Umfrage finden Sie hier: Umfrage Nachhaltigkeit in der Beratung



Der AfW Bundesverband Finanzdienstleistung ist die berufsständische Interessenvertretung unabhängiger Finanzberaterinnen und -berater. Der Verband vertritt die Interessen von ca. 40.000 Versicherungsmaklerinnen und -maklern sowie unabhängigen Finanzanlagen- und Immobiliardarlehensvermittlerinnen und -vermittlern aus über 2.100 Mitgliedsunternehmen.

Das Forum Nachhaltige Geldanlagen e.V. (FNG), ist der Fachverband für Nachhaltige Geldanlagen in Deutschland, Österreich, und der Schweiz. Zu unseren Mitgliedern zählen Banken, Kapitalanlagegesellschaften, Ratingagenturen, Finanzberater:innen, wissenschaftliche Institutionen, Versicherungen, NGOs und Privatpersonen, die sich für mehr Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft einsetzen.

Das Fachgebiet Nachhaltige Finanzwirtschaft der Universität Kassel ist eines der wenigen Fachgebiete der deutschen Universitätslandschaft, das seinen Forschungsschwerpunkt auf den Bereich der nachhaltigen Finanzwirtschaft legt. Prof. Klein und sein Team konzentrieren sich insbesondere auf das Anlageverhalten nachhaltiger Investoren, Eigenschaften nachhaltiger Geldanlagen sowie die Auswirkungen von Nachhaltigkeit auf den Kapitalmarkt und damit verbundene Rahmenbedingungen.


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